Luxelino’s Weblog


7.Nov.
Oktober 28, 2009, 10:28 nachmittags
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Quelle: http://antifabi.de/mobi/



Auch bei Schnee und Kälte…
November 26, 2008, 6:31 vormittags
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Gießen, 24. November 2008.


http://lux.im.web.googlepages.com/081124GIAG.jpg

Auch bei Schnee und Kälte: die Montagsdemonstranten beim Materialverteilen vor der GIAG – von einigen Besuchern mit aufmunternden oder auch anerkennenden Worten bedacht.

(Quelle: Giessener Montagsdemonstranten)



Deutschland hat zu viele kriminelle (CDU-)Politiker
Dezember 29, 2007, 3:11 nachmittags
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“Mit purem Rassismus auf Stimmenfang” heißt es in der Zeitung von heute.
Und weiter: “Hessens Ministerpräsident hat seinen Wahlkampfschlager gefunden:
‘Null Toleranz gegen kriminelle Ausländer’. (…) ‘Wir haben zu viele kriminelle junge
Ausländer’, sagte Koch in einem Interview mit der Bild. ‘Schuld an den Gewaltaus-
brüchen junger Ausländer’ sei eine verfehlte Integrationspolitik. In ‘multi-kultureller
Verblendung’ seien in diesem Land Verhaltensweisen toleriert worden, ‘die in-
zwischen zu hochexplosiven Gruppen-Aggressionen führen können’, so der hess-
ische Wahlkämpfer.”

Angesicht solcher Ausbrüche fällt es zwar schwer Koch Recht
zu geben, doch liefert gerade sein Amtskollege Beckstein einmal mehr den Beweis:
“Härtere Sanktionen seien einfach notwendig, um zu zeigen, dass Gewalttaten nicht geduldet würden.”

Man mag ja weder Koch noch Beckstein allzuviel Sprachgefühl unterstellen,
denn das hieße ihnen eine Moralität und ein Feingefühl zu bestätigen,
über das sie schlicht nicht verfügen. Klar auch dass in Zeiten, in denen die SPD
auf CDU-Themen ”durchs Land reitet”, bloß noch der Weg in die Bedeutungs-
losigkeit und nach rechts übrigbleibt. Auch haben vergangene Wahlkämpfe
deutlich gezeigt, dass das Schüren von irrationalen Ängsten gute Wahler-
gebnisse einbringen kann. Auch weiß gerade Koch, dass man so manches hinter
dem Deckmantel der parlamentarischen Immunität verstecken kann – offenbar auch gezielte Volksverhetzung.

Und wenn solche Leute dann - beispielsweise gestern in der Bild - im Helden-
ethos verehrt werden, dann muss man sich über eine Zunahme von Kriminalität
nicht wundern. Bei solchen Vorbildern kann man vermutlich nichts anderes
erwarten.

Aber Moment: Koch sprach sich ja (mit Bedacht?) bloß gegen junge auslän-
dische Kriminelle aus. Für ihn sind folglich alte und/oder inländische Kriminelle wünschenswert, noch zu wenige,
oder gilt diese Relativierung bloß dem Selbstschutz?

Also: Ich weiß ja nicht wer diese Marmelade gerne auslöffeln will, die
uns Herr Koch da anrichtet? Mit jedenfalls schmiert das niemand unge-
straft auf mein Frühstücksbrot.

Ich bin auch eher der Ansicht, dass es besser sei als politische Partei in
der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, als kriminelles Pflaster zu betre-
ten, falls man tatsächlich nicht in der Lage ist sich den Wählern mit seri-
ösen Themen und Inhalten vorzustellen und allen Ernstes gewählt zu
werden beabsichtigt. Ich denke auch, dass die Deutschen endgültig
gelernt haben sollten, was geschehen kann, wenn man offensichtlich
kriminell veranlagten und offenbar gestörten Charakteren die Regier-
ungsverantwortung überträgt.
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11.11. – Eindrücke aus dem Fränkischen
November 11, 2007, 8:16 nachmittags
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Heute ist also der offizielle Beginn der Faschingszeit. Ich war mit meinem Schatz im Fränkischen – Leute besuchen. Spontan beschlossen wir an der Gegendemo zu einer NPD-Kundgebung teilzunehmen. So stapften wir schon bald mit vierundhalb Personen durch den ersten Schnee, den ich in diesem Jahr zu Gesicht bekam.

Interessant war, dass die Ortschaft einen eher kleinbürgerlichen Eindruck machte, sich jedoch viele Leute versammelt hatten, um das zu tun, was man hier in heimischen Gefilden gerne den Punks überlässt: Den Neonazis aufzuzeigen, dass sie nicht tun und lassen können was ihnen beliebt.

Einzig eine etwa 15 Personen starke Gruppierung der Apfelfront schien das Klischee einigermaßen zu bedienen, das man sich vielerorts unter Antifaschismus vorstellt. Obwohl diese Formulierung ihrer Kreativität nicht gerecht wird. Was sie an Neonazi-Persiflagge aufführten wirkte zwar recht grenzwertig, jedoch ließ es zumindest nicht an Kreativität mangeln.

So war der Ort bereits für die Herren Neonazis “geschmückt”, die denn auch bereitwillig durch den Torbogen marschierten, der mit dem Schriftzug “Arbeit macht frei” versehen worden war.

Anders als es an so vielen Tagen an so vielen anderen Orten gesehen wird, glänzte die Polizei durch Souveränität und Freundlichkeit. Man bemühte sich auch redlich um Neutralität.

Bloß das Wetter ließ einige Mängel erkennen: Hatte es nämlich zuvor und auch danach wie aus Eimern geregnet, konnten die Herren Neonazis doch zehn Minuten regenfreie Redezeit genießen, bevor sie wieder ordentlich begossen wurden…

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Eine Verteidigungsrede vor einem Gremium
November 8, 2007, 12:35 vormittags
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Schon interessant, wie sich die Zeiten ändern. Oder tun sie das vielleicht doch nicht? Bilden wir uns nicht vielmehr bloß ein, dass sich die Zeit, die Geschichte und die Zivilisation entwickelt? Hier haben wir einen Bericht zu einem Prozess, der 5oo v. Chr. stattfand. Wie würde wohl ein heutiges Gremium mit ihm verfahren?

 

1) Befangenheit der Richter und des Publikums

Sokrates argumentiert, dass die Richter nicht unbefangen urteilen können, da sie von Kindesbeinen an den Gerüchten über ihn ausgesetzt gewesen seien.
»Viele Ankläger habe ich längst bei euch gehabt und schon vor vielen Jahren (…) welche viele von euch schon als Kinder an sich gelockt und überredet (…) als gäbe es einen Sokrates, einen weisen Mann, der den Dingen am Himmel nachgrüble und auch das Unterirdische alles erforscht habe und Unrecht zu Recht mache. (…) Sind auch dieser Ankläger viele, und viele Zeit hindurch haben sie mich verklagt und in dem Alter zu euch geredet, wo ihr wohl sehr leicht glauben mußtet (…) wo sich keiner verteidigte. Das Übelste aber ist, daß man nicht einmal ihre Namen wissen und angeben kann (…) welche euch gehässig und verleumderisch aufgeredet. (…) Weder hierher zur Stelle bringen noch ausfragen kann ich irgend einen von ihnen: sondern muß ordentlich wie mit Schatten kämpfen«

2) Sokrates macht alle Anwesenden zu Zeugen

Sokrates beruft die Anwesenden zu Zeugen und kritisiert eine Komödie die sich über ihn lustig macht.
»Zu Zeugen rufe ich einen großen Teil von euch selbst und fordere euch auf, einander zu berichten und zu erzählen, so viele eurer jemals mich reden gehört haben. (…) So erzählt euch nun, ob jemals einer unter euch mich viel oder wenig über dergleichen Dinge hat reden gehört! Und hieraus könnt ihr ersehen, daß es ebenso auch mit allem übrigen steht, was die Leute von mir sagen.«

3) Sokrates als Nicht-Lehrer

Sokrates bestreitet jemanden in Lehre genommen zu haben. Er empfindet es als Großtuerei wenn sich jemand Geld dafür geben lässt zu lehren.
»Aber es ist eben weder hieran etwas, noch auch, wenn ihr etwa von einem gehört habt, ich gäbe mich dafür aus, Menschen zu erziehen, und verdiente Geld damit; auch das ist nicht wahr. Denn auch das scheint mir meinesteils wohl etwas Schönes zu sein, wenn jemand imstande wäre, Menschen zu erziehen. (…) Ich also würde gewiß mich recht damit rühmen und großtun, wenn ich dies verstände. (…) Ich will versuchen, euch zu zeigen (…) was mir den Namen und den üblen Ruf gemacht hat.«

 

4) Orakelspruch von der Weisheit

Sokrates berichtet, ihm sei zugetragen worden, dass das Orakle zu Delphi in als den weisesten Weisen genannt habe. Er bestreitet Weisheit zu besitzen.
»Über meine Weisheit nämlich, ob sie wohl eine ist und was für eine, will ich euch zum Zeugen stellen den Gott in Delphoi. Den Chairephon kennt ihr doch. (…) Ihr wißt doch, wie Chairephon war, wie heftig in allem, was er auch beginnen mochte. So auch, als er einst nach Delphoi gegangen war, erkühnte er sich, hierüber ein Orakel zu begehren. (…) Er fragte also, ob wohl jemand weiser wäre als ich. Da leugnete nun die Pythia, daß jemand weiser wäre. (…) Nachdem ich dieses gehört, gedachte ich bei mir also: Was meint (…) der Gott? (…) Denn das bin ich mir doch bewußt, daß ich weder viel noch wenig weise bin. Was meint er also mit der Behauptung, ich sei der Weiseste? Denn lügen wird er doch wohl nicht. (…) Endlich wendete ich mich (…) zur Untersuchung der Sache. (…) Ich ging zu einem von den für weise Gehaltenen, um dort (…) das Orakel zu überführen.«

5) Prüfung der Staatsmänner

Sokrates erzählt wie er zu einem Staatsmann ging und dort feststellte, dass dieser sich selbst zwar für weise hielt, es jedoch nicht war.
»Indem ich nun diesen beschaute (…) es war aber einer von den Staatsmännern. (…) Im Gespräch mit ihm schien mir dieser Mann (…) am meisten aber sich selbst sehr weise vorzukommen, es zu sein aber gar nicht. Darauf nun versuchte ich ihm zu zeigen, er glaubte zwar weise zu sein, wäre es aber nicht; wodurch ich dann ihm selbst verhaßt ward. (…) Indem ich also fortging, gedachte ich bei mir selbst: weiser als dieser Mann bin ich (…) es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas Tüchtiges oder Sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß. (…) Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen.«
»Die Berühmtesten dünkten mich beinahe die Armseligsten zu sein, wenn ich es dem Gott zufolge untersuchte, andere minder Geachtete aber noch eher für vernünftig gelten zu können.«

6) Prüfung der Dichter

Sokrates berichtet von seinem Zusammentreffen mit einem Dichter. Dieser habe offenbar selbst am wenigsten eine Ahnung von den schönen Dingen über die er schreibt, hielte sich aber ob seiner Dichtkunst für weise, ohne es zu sein.
»Ich erfuhr also auch von den Dichtern in kurzem dieses, daß sie nicht durch Weisheit dichteten, was sie dichten, sondern durch eine Naturgabe und in der Begeisterung, eben wie die Wahrsager und Orakelsänger. Denn auch diese sagen viel Schönes, wissen aber nichts von dem, was sie sagen. (…) Und zugleich merkte ich, daß sie glaubten, um ihrer Dichtung willen auch in allem übrigen sehr weise Männer zu sein, worin sie es nicht waren. Fort ging ich also auch von ihnen mit dem Glauben, sie um das nämliche zu übertreffen wie auch die Staatsmänner.«

7) Prüfung der Handwerker

Sokrates spricht von dem Besuch bei einem Handwerker. Dieser verstehe zwar sein Handwerk gut, glaube jedoch auch von allen anderen Dingen Ahnung zu haben.
»Nun ging ich auch zu den Handarbeitern. Denn von mir selbst wußte ich, daß ich gar nichts weiß (…) von diesen aber wußte ich doch, daß ich sie vielerlei Schönes wissend finden würde. (…) Denselben Fehler wie die Dichter, dünkte mich, hatten auch diese trefflichen Meister: Weil er seine Kunst gründlich erlernt hatte, wollte jeder auch in den andern wichtigsten Dingen sehr weise sein.«

8) Jugendverführung

Sokrates erklärt, ihm folgen Jugendliche zu seinen Prüfungen und führen diese gelegentlich auch selbst durch.
»Überdies aber folgen mir die Jünglinge (…) und freuen sich zu hören, wie die Menschen untersucht werden; oft auch tun sie es mir nach und versuchen selbst, andere zu untersuchen, und finden dann (…) eine große Menge solcher Menschen, welche zwar glauben, etwas zu wissen, wirklich aber wenig wissen oder nichts. Deshalb nun zürnen die von ihnen Untersuchten mir und nicht ihnen und sagen: ‘Sokrates ist doch ein ganz ruchloser Mensch und verdirbt die Jünglinge’.«

9) Anklage der Verführung

Sokrates bestreitet dass sein Ankläger sich mit dem Gegenstand der Anklage – Verführung der Jugend – auseinandergesetzt hat. Er bekräftigt, dass sich dieser niemals um die Jugend gekümmert habe – folglich gar nicht wisse wovon er rede und mit seiner Klage das Gericht zum Narren halte.
»Ich aber, ihr Athener, sage, Meletos frevelt, indem er mit ernsthaften Dingen Scherz treibt und leichtsinnig Menschen aufs Leben anklagt und sich eifrig und besorgt anstellt für Gegenstände, um die doch dieser Mann sich nie im geringsten bekümmert hat.«

»Dir ist das sehr wichtig, daß die Jugend aufs beste gedeihe? (…) So komm also und sage diesen, wer sie denn besser macht? Denn offenbar weißt du es doch, da es dir so angelegen ist. Denn den Verderber hast du wohl aufgefunden, mich, wie du behauptest, und vor diese hergeführt und verklagt: so komm denn und nenne ihnen auch den Besserer und zeige an, wer es ist! Siehst du (…) wie du schweigst und nichts zu sagen weißt? Dünkt dich denn das nicht schändlich zu sein und Beweis genug für das, was ich sage, daß du dich hierum nie bekümmert hast? So sage doch, du Guter, wer macht sie besser? (…) Alle (…) also machen sie (…) gut und edel, mich ausgenommen; ich aber allein verderbe sie. (…) Wohlan denn, forderst du mich hierher als Verderber und Verschlimmerer der Jugend, so daß ich es vorsätzlich sein soll oder unvorsätzlich? (…) So viel bist du weiser in deinem Alter als ich in dem meinigen, daß du zwar einsiehst, wie die Schlechten allemal denen Übles zufügen, die ihnen am nächsten sind, die Guten aber Gutes, ich aber es so weit gebracht habe im Unverstande, daß ich auch das nicht einmal weiß, wie ich, wenn ich einen von meinen Nächsten schlecht mache, selbst Gefahr laufe. Übles von ihm zu erdulden, so daß ich mir dieses große Übel vorsätzlich anrichte, wie du sagst? Das glaube ich dir nicht (…) ich meine aber auch, kein anderer Mensch glaubt es dir; sondern entweder ich verderbe sie gar nicht, oder ich verderbe sie unvorsätzlich, so daß du doch in beiden Fällen lügst. Verderbe ich sie aber unvorsätzlich, so ist es nicht gesetzlich, jemand unvorsätzlicher Vergehungen wegen hierher zu fordern, sondern (…) zu belehren und zu ermahnen. Denn offenbar ist, daß, wenn ich belehrt bin, ich aufhören werde mit dem, was ich unvorsätzlich tue. Dich aber mit mir einzulassen und mich zu belehren, das hast du vermieden und nicht gewollt: sondern hierher forderst du mich, wohin gesetzlich ist, nur die zu fordern, welche der Züchtigung bedürfen und nicht der Belehrung.«

10) Gottlosigkeit

Sokrates bestreitet die Ernsthaftigkeit der Anklage.
»Denn dieser scheint mir ganz offenbar sich selbst zu widersprechen in seiner Anklage, als ob er sagte: »Sokrates frevelt, indem er keine Götter glaubt, sondern Götter glaubt«, wiewohl einer das doch nur im Scherz sagen kann! (…) Und das hast du ja selbst beschworen in der Anklageschrift. Wenn ich aber Daimonisches glaube, so muß ich doch ganz notwendig auch Daimonen glauben. Ist es nicht so? Wohl ist es so! Denn ich nehme an, daß du einstimmst, da du ja nicht antwortest. Und die Daimonen, halten wir die nicht für Götter entweder, oder doch für Söhne von Göttern? Sagst du ja oder nein? – Ja, freilich. – Wenn ich also Daimonen glaube, wie du sagst, und die Daimonen sind selbst Götter, das wäre ja ganz das, was ich sage, daß du Rätsel vorbringst und scherzest, wenn du mich, der ich keine Götter glauben soll, hernach doch wieder Götter glauben läßt, da ich ja Daimonen glaube. Wenn aber wiederum die Daimonen Kinder der Götter sind, unechte von Nymphen oder andern, denen sie ja auch zugeschrieben werden: welcher Mensch könnte dann wohl glauben, daß es Kinder der Götter gäbe, Götter aber nicht?«

11) Staatsgeschäfte
Sokrates betont man könne sich öffentlich nicht gegen das Unrecht stark machen. Wer dies tun wolle, müsse sich zwingend aller öffentlichen Ämter enthalten.
»Kein Mensch kann sich erhalten, der sich (…) tapfer widersetzt und viel Ungerechtes und Gesetzwidriges im Staate zu verhindern sucht: sondern notwendig muß, wer in der Tat für die Gerechtigkeit streiten will (…) ein zurückgezogenes Leben führen, nicht ein öffentliches. (…) Glaubt ihr nun wohl, daß ich so viele Jahre würde durchgekommen sein, wenn ich die öffentlichen Angelegenheiten verwaltet und, als ein redlicher Mann sie verwaltend, überall dem Recht geholfen und dies, wie es sich gebührt, über alles gesetzt hätte?«

12) Pflicht der Richter
Sokrates lehnt ein Gnadengesuch grundsätzlich ab: Es sei das Amt des Richters Recht zu sprechen, nicht in irgendeiner Weise die Person des Angeklagten zu berücksichtigen.
»(…) die Richter gebeten und gefleht hat unter vielen Tränen und seine Kinder mit sich herausgebracht, um nur möglichst viel Erbarmen zu erregen, und viele andere von seinen Verwandten und Freunden (…) werde ich nichts dergleichen tun (…) in Beziehung auf das, was rühmlich ist für mich und euch und für die ganze Stadt. (…) Dergleichen also (…) dürfen weder wir tun (…) noch (…) ihr es dulden (…) daß ihr weit eher den verurteilt, der euch solche Trauerspiele vorführt und die Stadt lächerlich macht, als den, der sich ruhig verhält. (…) Dünkt es mich auch nicht einmal recht, den Richter zu bitten und sich durch Bitten loszuhelfen: sondern belehren muß man ihn und überzeugen. (…) Also dürfen weder wir euch gewöhnen an den Meineid, noch ihr euch gewöhnen lassen. (…) Mutet mir also nicht zu (…) was ich weder für anständig halte noch für recht, noch für fromm.«

13) Wertigkeit des Lebens
Sokrates betont die Unmöglichkeit seine bisherige Lebensform aufzugeben. Nach seiner Auffassung verdient ein Leben ohne Selbsterforschung nicht gelebt zu werden.
»Wo aber der Gott mich hinstellte, wie ich es doch glaubte und annahm, damit ich in Aufsuchung der Weisheit mein Leben hinbrächte und in Prüfung meiner selbst und anderer, wenn ich da, den Tod oder irgend etwas fürchtend, aus der Ordnung gewichen wäre! Arg wäre das, und dann in Wahrheit könnte mich einer mit Recht hierher führen vor Gericht, weil ich nicht an die Götter glaubte, wenn ich dem Orakel unfolgsam wäre und den Tod fürchtete und mich weise dünkte, ohne es zu sein. Denn den Tod fürchten, ihr Männer, das ist nichts anderes, als sich dünken, man wäre weise, und es doch nicht sein. Denn es ist ein Dünkel, etwas zu wissen, was man nicht weiß. Denn niemand weiß, was der Tod ist, nicht einmal, ob er nicht für den Menschen das größte ist unter allen Gütern. Sie fürchten ihn aber, als wüßten sie gewiß, daß er das größte Übel ist. (…) Gesetzwidrig handeln aber und dem Besseren, Gott oder Mensch, ungehorsam sein, – davon weiß ich, daß es übel und schändlich ist. Im Vergleich also mit den Übeln, die ich als Übel kenne, werde ich niemals das, wovon ich nicht weiß, ob es nicht ein Gut ist, fürchten oder fliehen.«

14) Geldstrafe
Sokrates lehnt eine Geldstrafe mit dem Hinweis ab, er habe kein Geld. Sollte er ernsthaft fordern ihm eine Geldstrafe aufzuerlegen, so müsse er gleichsam seine Richter bitten diese für ihn zu tragen.
»Hätte ich nun Geld, so würde ich mir so viel Geldstrafe zuerkennen, als ich entrichten könnte: denn davon hätte ich weiter keinen Schaden. Nun aber, ich habe eben keins; wenn ihr nicht etwa so viel, als ich zu entrichten vermag, mir zuerkennen wollt.«

15) Weissagung an die Verurteilenden

Sokrates unterstreicht, dass mit seinem Tod die Befragung seiner Ankläger und seiner Verurteiler nicht enden werde.
»Ihr meine Verurteiler (…) die ihr mich hinrichtet, es wird (…) eine weit schwerere Strafe über euch kommen als die, mit welcher ihr mich getötet habt. Denn jetzt habt ihr dies getan in der Meinung, nun entledigt zu sein von der Rechenschaft über euer Leben. (…) Mehrere werden sein, die euch zur Untersuchung ziehen, welche ich nur bisher zurückgehalten, ihr aber gar nicht bemerkt habt. Und um desto beschwerlicher werden sie euch werden, je jünger sie sind, und ihr um desto unwilliger. Denn wenn ihr meint, durch Hinrichtungen dem Einhalt zu tun, daß euch niemand schelten soll, wenn ihr nicht recht lebt, so bedenkt ihr das sehr schlecht. Denn diese Entledigung ist weder recht ausführbar, noch ist sie edel. Sondern jene ist die edelste und leichteste: nicht anderen wehren, sondern sich selbst so einrichten, daß man möglichst gut sei.«

16) Hoffnungen für den Tod

Sokrates führt aus, dass der Tod für ihn bloß zwei Gestalten haben kann: Ein Nichtsein (ein langer traumloser Schlaf), oder aber ein Sein, in dem man alle Verstorbenen sprechen könne – ein beiden Fällen ein großes Gut.

»Eins von beiden ist das Totsein: entweder so viel als nichts sein noch irgend eine Empfindung von irgend etwas haben, wenn man tot ist (…) eine Versetzung und Umzug der Seele (…) an einen andern Ort. Und es ist nun gar keine Empfindung, sondern wie ein Schlaf, in welchem der Schlafende auch nicht einmal einen Traum hat, so wäre der Tod ein wunderbarer Gewinn. (…) Ist aber der Tod wiederum wie eine Auswanderung von hinnen an einen andern Ort, und ist das wahr (…) daß dort alle Verstorbenen sind, – was für ein größeres Gut könnte es wohl geben als dieses. (…) Denn wenn einer, in der Unterwelt angelangt, nun dieser sich so nennenden Richter entledigt dort die wahren Richter antrifft, von denen auch gesagt wird, daß sie dort Recht sprechen. (…) Wäre das wohl eine schlechte Umwanderung? (…) Ich wenigstens will gern oftmals sterben, wenn dies wahr ist. (…) Für wieviel (…) möchte das einer wohl annehmen, den, welcher das große Heer nach Troia führte, auszufragen, oder den Odysseus oder Sisyphos, und viele andere könnte einer nennen, Männer und Frauen, mit welchen dort zu sprechen und umzugehen und sie auszuforschen auf alle Weise eine unbeschreibliche Glückseligkeit wäre! Gewiß werden sie einen dort um deswillen doch wohl nicht hinrichten (…) wenn das wahr ist, was gesagt wird.«

»Also müßt auch ihr (…) gute Hoffnung haben in Absicht des Todes und dies eine Richtige im Gemüt halten, daß es für den guten Mann kein Übel gibt weder im Leben noch im Tode. (…) Mir ist deutlich – daß sterben und aller Mühen entledigt werden schon das Beste für mich war. (…) Es ist Zeit, daß wir gehen: ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen.«

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Die obenstehenden Zitate sind allesamt der “Apologie des Sokrates” (nach der Platon-Überlieferung) entnommen.


Nicht verzagen, Schäuble fragen
November 7, 2007, 3:47 nachmittags
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Okay, ja ich gebe es ja zu, dass das hier eigentlich kein Blog ist, der so geplant war. Aber wenn man sowieso sein Passwort vergessen hat, dann bietet sich die Gelegenheit eben auch einiges umzustrukturieren.

Ich sollte vielleicht mal Herrn Schäuble anrufen: Der kennt mein Passwort bestimmt längst. Aber zugeben darf er es wohl noch nicht – solange die Vorratsdatenspeicherung noch nicht unter Dach und Fach ist.

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Das klingt zynisch? Stimmt: Menschen, Steuerzahler, Wähler, Bürger – oder nach welcher Kategorie auch immer ein Politiker die in diesem Lande lebenden Lebewesen einordnet -
ganz pauschal als Schwerstkriminelle zu behandeln empfinde ich nicht bloß als Zynisch und Menschenverachtend, sondern auch als äußerst bedenklich. Das scheint mir auf keinen Fall – und durch keine noch so wilde Interpretation – mit dem Grundgesetz vereinbar.

Soll dieser Mann und sein Ministerium nicht eigentlich das Grundgesetz schützen und bewahren? Stünde es ihm nicht also gut zu Gesicht, Wert und Bedeutung des Grundgesetzes bei jeder sich bietenden Gelegenheit hoch- und heilig zu halten, statt es aus allen Rohren zu beschießen, es zu demontieren und neue Werkzeuge (Gesetze) zu entwickeln, wie man es noch wirkungsvoller vernichten kann?

Ich klinge bitter? Ich klinge sauer? Dann habe ich mich wohl gut ausgedrückt, denn ich bin wahrlich sauer, dass ich gezwungen bin die Ummünzung eines mir äußerst wichtigen Gesetzeswerkes – durch meine Steuern und Abgaben – noch mitfinanzieren zu müssen (Wie wohl kommen die Honorare unserer Spitzenpolitiker zusammen, und aus welchen Töpfen verteilen sie das Geld?). Es zwingt mich ja niemand, in diesem Lande zu leben? Das ist zwar wahr, aber wohin gehe ich also, wenn ich mich mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland identifiziere? In ein anderes Land? In die Vergangenheit? In die Zukunft?

Aber die nächsten Wahlen kommen bestimmt – und die Rechnung dieser Damen und Herren wird täglich länger!




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